B/D
Ballast / Deplacement (B/D)
B/D = (Ballast_weight / Displacement) * 100%
Ballastanteil ist Ballastgewicht geteilt durch Deplacement, meist in Prozent. Grober Steifigkeits-Hinweis. FairHelm-Urteil: 40% mit flachem Wingkeel ist nicht dasselbe Boot wie 35% mit tiefem Bleifin. Kielgeometrie vor dem Prozent lesen.
Formel
B/D = (Ballast_weight / Displacement) * 100%
Dimensionslose Prozentzahl. Ballast und Deplacement muessen in derselben Masseneinheit (Kilogramm oder Pfund) eingesetzt werden.
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B/D
Ergebnis
Positive Zahlen in allen Feldern eingeben.
Faustregel
Typische Bereiche fuer Kreuzer-Monohulls: Unter 30%: Moderne breite Ruempfe mit hoher Formstabilitaet, Schwertboote oder Motorsegler; sie segeln anfangs steif, verlangen ab 15 Knoten wahren Windes aber fruehe Reffs. 30% bis 38%: Moderner Familien-Serienbau (Bavaria, Beneteau Oceanis, Dufour, Hanse); mit 1.8 bis 2.1 m Standard-Tiefgang eine bewaehrte Balance aus Komfort und Rumpfbelastung. 38% bis 45%: Traditionelle Hochseekreuzer (Hallberg-Rassy, Najad, Sweden Yachts, Linjett); hervorragende Boeenfestigkeit, sanfte Schiffsbewegungen und hoher Kenterwinkel (AVS). Ueber 45%: Traditionelle Langkieler (Contessa 32, Rustler 36), die viel Tiefenmasse benoetigen.
Grenzen
Zwei wesentliche Prospektfallen: Erstens die Berechnung gegen das leere Werftgewicht (Lightship). Eine 7500 kg Yacht mit 3000 kg Kiel zeigt auf dem Papier 40.0% B/D. Mit 300 Litern Diesel, 400 Litern Wasser, 70 Metern Kette, Beiboot, Aussenborder und Proviant steigt das reale Gewicht auf 9500 kg, wodurch der echte Ballastanteil auf 31.5% faellt. Zweitens ignoriert B/D das Kielmaterial. Blei (11.3 g/cm3) ist 57% dichter als Gusseisen (7.2 g/cm3), konzentriert die Masse tiefer unten und vergroessert den Hebelarm merklich.
Bootsbeispiele
- Hallberg-Rassy 36
Hochseekreuzer: 3450 kg Bleiballast bei 7500 kg Leergewicht ergeben 46% B/D fuer sturmerprobte Steifigkeit und ruhigen Seegang.
- Beneteau First 31.7
Schneller Performance-Kreuzer: 38% Ballastanteil am 1.9 m tiefen Eisenkiel sichern direktes Rudergefuehl, verlangen aber diszipliniertes Reffen.
- Linjett 40
Moderner Scandic-Kreuzer: 37% Ballast in einer tiefen Bleibombe bieten den Hebelarm eines flachen 45%-Kiels bei weniger Rumpfgewicht.
Geschichte
Seit ueber einem Jahrhundert nutzen Makler den Ballastanteil als Kuerzel fuer steife oder ranke Schiffe. Bei klassischen Langkielern wie dem Folkeboot (50% Ballast) oder der Contessa 26 (57%) sass das Blei direkt im Rumpfboden. Ohne grossen Tiefgang waren enorme Massen noetig, um ueberhaupt einen aufrichtenden Hebelarm zu erzeugen. Moderne Flossenkiele mit tiefen Bombenprofilen zeigten, dass eine Absenkung des Schwerpunkts denselben Hebelarm mit deutlich weniger Gesamtgewicht erzielt.
FAQ
- Warum kann ein 33%-Ballastboot steifer sein als eines mit 42%?
- Das aufrichtende Moment ist das Produkt aus Gewicht und Hebelarm. Eine tiefe Bleibombe bei 2.1 m Tiefgang erzeugt einen laengeren Hebelarm als ein flacher Eisenkiel bei 1.45 m.
- Wie veraendert Urlaubsbeladung den realen Ballastanteil?
- Tanks, Ankerkette, Dinghy und Vorraete addieren schnell 1.5 bis 2.5 Tonnen. Das Kielgewicht bleibt starr, sodass der echte B/D um 6 bis 9 Prozentpunkte sinkt.
- Warum ist das Kielmaterial bei gleichem Gewicht so wichtig?
- Blei ist 57% dichter als Gusseisen. Der Bleikiel ist kompakter und senkt den Schwerpunkt um 15 bis 25 cm ab, was das aufrichtende Moment spuerbar vergroessert.