Yacht-Lexikon

Weiche Stelle

Eine weiche Stelle bekommt aus der Ferse keinen Reparaturpreis. Hoher Messwert an der Kettenplatte und Nachgeben unter dem Fuß bleiben verschiedene Befunde.

Was es ist

Eine weiche Stelle ist eine örtliche Zone von Deck oder Struktur, die federt oder nachgibt, oft wegen eines nassen Kerns oder eines beschädigten Laminats. Eine weiche Stelle ist ein Punkt auf der Karte des Gutachtens, nicht Kosmetik. Mehrere Zonen ändern den Handel und den Umfang des Slipps. Einen Reparaturpreis nimmt man nicht aus einem Druck mit der Ferse.

Im Gutachten-Muster von Medusa Marine zur Novella steht es klar: die Vergleichsskala eines Tramex Skipper 5 von 0 bis 100 ist willkürlich und bedeutet keinen Feuchteprozentsatz im GFK. Die Zahlen dort heißen scale readings. Auf dem Deck liegt meist massives Laminat, Sperrholzpolster sitzen an den Beschlägen. Die tiefe Skala gab 90 bis 100 an Kettenplatten, an der Ankerwinde und an der Genuaschiene. Die Erklärung des Gutachtens: Feuchte in den Sperrholzpolstern unter den Bolzen. Die flache Skala lag niedriger, das Laminat ist nicht «tot». Das Deck wurde begangen: fest, ohne merkliches Heben an der Latte. Ein hoher Messwert an der Platte ohne Durchbiegung ist nicht dieselbe Diagnose wie ein schwammiges Sandwich. Die Abdeckungen um die Gurte werden neu gebettet, damit Wasser nicht in die Hirnholz des Rahmensperrholzes läuft.

Canadian Boating beschreibt das übliche Paar der Besichtigung: Feuchtigkeitsmesser plus Abklopfen. Weichheit unter dem Fuß geht oft mit nassem oder verrottetem Kern und mit Delamination. Ein Messgerät ohne Zusammenhang ist ein Handwerk; Glasdicke, Werkstoffe und das Gerät werfen es ab. Danach kommt das Klopfen, bei Bedarf kleine Kernproben. Die Reparatur wird bis zum trockenen sauberen Kern zurückgeschnitten, Art und Dicke des Kerns werden neu gewählt. Einen Einheitspreis gibt es nicht. Immer eine Katastrophe ist es nicht: Größe, Ort und Feuchte entscheiden die Dringlichkeit. Farbe verbirgt das Bild; die Durchbiegung unter dem Fuß verrät es trotzdem. Der Kern ist ein häufiger Fall, aber nicht nur Sandwichdecks sind schuld: massives Laminat und Sperrholz werden auch weich.

Das Datenblatt Tramex Skipper 5: zwei Tiefen, etwa 10 mm und 30 mm, für Decks und GFK-Sandwich. Die Holzskala ist 5 bis 30 Prozent Feuchte; für Baustoffe ist die Referenz 0 bis 100. Das ist die Suche nach einem nassen Kern, kein allgemeiner Prozentsatz für jedes Laminat. Solent Marine Surveys schreibt dieselbe Regel: ihre Geräte zeigen nicht den tatsächlichen Feuchteprozentsatz in GFK; ein Protimeter Aquant arbeitet auf einer Vergleichsskala etwa 0 bis 999. Die Arbeitsbänder von Solent sind die Bänder jener Firma, kein Gesetz für alle Boote. ISO 12215-2 für kleine Fahrzeuge bis 24 m Rumpflänge verlangt vom Kern, dass Wasser nicht über die Zone eines möglichen Hautbruchs hinaus eindringt. Das ist eine Bauvorschrift, keine Rechnung aus der Ferse.

Klopfen und Messgerät trennen die Fälle. Ein dumpfer Ton ist oft nasser oder verrotteter Kern. Ein leeres «Thunk» ist häufiger ein Ablösen der oberen Haut; der Kern darunter kann noch trocken sein. Eine kleine Zone an der Klampe und eine große auf dem Deckshaus sind verschieden dringend. Eine Kernprobe nur mit schriftlicher Zustimmung. Eine Reparatur als Prozentsatz des Bootspreises aus einem fremden Fall wird hier nicht als Tabelle übernommen. Der englische Klassenbegriff soft patch als vorübergehende Reparatur auf einem klassifizierten Schiff ist eine andere Bedeutung des Wortes. Dessen Regeln legt man nicht auf diese Karte. Einen Euro-Betrag aus dem Druck mit der Ferse druckt man nicht. Daneben auf der Seite: Deckcore, Bootsperrholz, Feuchtigkeitsmesser und Checkliste vor dem Gutachten sind andere Seiten, nicht diese Rechnung.

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