HS
Theoretische Rumpfgeschwindigkeit
V (knots) ≈ 1.34 * sqrt(LWL_ft) ≈ 2.43 * sqrt(LWL_m)
1.34 × √LWL (Knoten) / 2.43 × √LWL (km/h) - theoretische Hull Speed aus der Wasserlinie. Hull Speed (Knoten) ≈ 1.34 × √LWL (Fuss) bzw. ≈ 2.43 × √LWL (Meter). Das ist die Wellenfallen-Geschwindigkeit eines Verdraenger-Monohulls: keine harte Mauer, aber der Punkt, an dem der Wellenwiderstand steil ansteigt. Nur Wasserlinie LWL aus dem Werftdatenblatt - nie Badge-LOA. Unter Motor Passage etwa bei 80-85% dieser Zahl planen.
Formel
V (knots) ≈ 1.34 * sqrt(LWL_ft) ≈ 2.43 * sqrt(LWL_m)
Imperial: LWL in Fuss, Ergebnis in Knoten. Metrisch: LWL in Metern multipliziert mit 2.43 ergibt Knoten (oder mit 4.50 fuer km/h). Nur LWL ansetzen, nicht LOA.
Eigene Werte testen
HS
Ergebnis
Positive Zahlen in allen Feldern eingeben.
Faustregel
Praktische Passage-Regel: Cruising-Geschwindigkeit auf 80-85% der Rumpfgeschwindigkeit ansetzen (Faktor 1.05-1.15 statt 1.34). Das schont die Maschine und spart 40-50% Treibstoff gegenueber Vollgas. Wer LOA statt LWL einsetzt, ueberschaetzt die 24-Stunden-Etappe um 15-20 Seemeilen.
Grenzen
Gilt fuer Verdraenger-Monohulls. Schlanke Katamaran-Ruempfe erzeugen kaum Querwellen und laufen weit darueber. Moderne Fahrtenyachten mit breitem, flachem Heck und Kimmkante surfen auf raumen Kursen ab 20 Knoten Wind mit 9-12 Knoten ueber das eigene Wellental hinweg.
Bootsbeispiele
- Hallberg-Rassy 36
Verdraengerkreuzer: LWL 9.35 m ergibt theoretisch 7.42 Knoten. Marschfahrt unter Motor liegt ideal bei 6.0-6.2 Knoten; Vollgas auf 7.4 Knoten verdoppelt den Stundenverbrauch.
- Linjett 40
LWL 11.00 m hebt die Grenze auf 8.05 Knoten. Die lange Wasserlinie sorgt fuer hohe Durchschnittsetappen auf offenen Ostseestrecken.
- Beneteau First 31.7
LWL 8.80 m ergibt 7.20 Knoten, doch der leichte Rumpf mit breitem Heck surft raumschots regelmaessig mit 9-10 Knoten ueber die theoretische Grenze.
Geschichte
Basiert auf den Schleppversuchen von William Froude in den 1870er Jahren in Torquay. Bei der Froude-Zahl Fn ≈ 0.40 erreicht die Wellenlaenge die Wasserlinie LWL: Der Bug liegt auf dem vorderen Wellenberg, das Heck sackt in das Wellental. Weiteres Beschleunigen erfordert enormes Drehmoment oder dynamischen Auftrieb.
FAQ
- Wie lautet die Hull-Speed-Formel?
- V (Knoten) ≈ 1.34 × √LWL in Fuss bzw. ≈ 2.43 × √LWL in Metern. Beispiel LWL 9 m: √9 = 3 → 3 × 2.43 = 7.29 Knoten.
- Woher kommt der Faktor 1.34?
- Aus der Wellenmechanik in imperialen Masseinheiten: Die Wurzel aus der Erdbeschleunigung g geteilt durch 2*pi in Fuss/Sekunde umgerechnet in Seemeilen pro Stunde ergibt exakt 1.341.
- Ist Hull Speed eine harte Geschwindigkeitsgrenze?
- Nein. Sie markiert, wo der Verdraengerwiderstand steil steigt. Multihulls, Gleiter und moderne Kreuzer mit breitem Heck ueberschreiten die Zahl beim Surfen regelmaessig.
- LOA oder LWL einsetzen?
- Nur LWL (Wasserlinie). Badge-LOA mit Ueberhaengen ueberschaetzt die 24-Stunden-Etappe um 15-20 Seemeilen, wenn man sie in 1.34 × √Laenge steckt.
- Gilt die Rumpfgeschwindigkeit unter Motor?
- Ja. Der Wellenbildungswiderstand bremst Motor und Segel gleichermassen. Ueberschuessige Motorleistung nahe Fn 0.40 tuermt nur eine meterhohe Heckwelle auf statt Vortrieb zu erzeugen.