Arcona
Arcona 370
Wenn die Arcona 370 im Kran hängt, offenbart sie weit mehr als nur „typisch schwedisches GFK“. Der Blick fällt auf den feuerverzinkten Stahlrahmen, der die Kräfte von Kiel und Rigg aufnimmt – das Herzstück der „New Gen“-Bauweise mit Vakuuminfusion, Divinycell-Schaumkern und fest einlaminierten Schotten. Vergessen Sie die vagen Angaben mancher Online-Datenbanken, die oft fälschlicherweise Baujahre ab 2010 oder Maße von 11,23 auf 3,70 Meter nennen. Die Realität steht auf dem Typschild dieser Stefan-Qviberg-Konstruktion: 11,10 Meter Länge, 3,60 Meter Breite und eine exklusive Serie von rund 80 gebauten Einheiten zwischen 2003–2013. Dies ist kein beliebiges Katalogschiff, sondern ein präzises Stück Bootsbaugeschichte.
Das Baujahr und die Maße liest man direkt vom Typschild dieser Yacht, statt sie blind aus Datenbanken mit offenem Ende ab 2010 zu kopieren. Während einige Quellen die Serie erst 2005 ansetzen, ist für den Käufer das echte Schild entscheidend: Das Modellfenster 2003–2013 mit etwa 80 gebauten Booten ist kein Grund, die Serie eigenmächtig zu verlängern. Mit rund 6,2 Tonnen Leergewicht und einem Standard-Tiefgang von 2,00–2,06 Metern ist sie für die Ostsee optimiert – diese Zahlen sind Identitätsmerkmale, keine bloßen Statistikwerte. Auch der „Comfort Ratio“ aus fremden Tabellen sagt hier wenig über den wahren Charakter des Modells aus.
In Online-Portalen rutscht schnell eine Arcona 430 in die Auswahl (ca. 13,15 x 3,98 m, Bauzeit 2007–2017, „European Yacht of the Year 2009“ – eine Auszeichnung, die nicht zur Geschichte der 370 gehört). Ebenso wenig sollte man sie mit der frühen Arcona 400 oder einer Hallberg-Rassy 36 mit Mittelcockpit verwechseln. Trotz gemeinsamer Holding-Strukturen und der Nähe zu Orust wird aus ihr keine Najad. Ob in Listen als „arcona370“ oder im Katalog als „arcona-370“ geführt – es bleibt ein und dasselbe Modell.
Als zweites Modell der „New Generation“ nach der 400 setzte die 370 auf moderne Segelpläne: Eine Familien-Yacht mit etwa 107 % Vorsegelfläche oder Selbstwendefock, statt schwerer Genua-Segel. Sie ist die kompakte Wurzel der modernen Arcona-Linie, kein 37-Fuß-Außenseiter. Die tiefe Regatta-Kielversion ist seltener zu finden – hier gilt der Blick dem individuellen Plan des Bootes, nicht der pauschalen Modellübersicht.
Vor der Besichtigung dieser 370 steht eine andere Prüfliste als bei der größeren 430: Der Stahlrahmen und mögliches Wasser in der Bilge, der Kiel und seine Befestigung, der Saildrive und die Betriebsstunden. Ob ein Yanmar 3YM30 oder ein Volvo-Motor verbaut ist, verraten nur die Schiffspapiere. Teakdeck und Bordtechnik sollten anhand von Rechnungen geprüft werden, ebenso wie die Feuchtigkeitswerte der Sandwich-Konstruktion. Zwei ähnliche Inserate unterscheiden sich drastisch, wenn bei einem Rahmen und Antrieb lückenlos dokumentiert sind, während das andere nur schöne Holzarbeiten zeigt. Die Wertstabilität in dieser Klasse ist hoch, doch auf den passenden Tiefgang und die richtige Ausstattung zu warten, ist völlig normal – trotz der überschaubaren Zahl von rund 80 Rümpfen.
Auf einen Blick
Kurzdaten
- Produktion
- 2003–2013
- Länge (LOA)
- 11.1 m
- Breite
- 3.6 m
- Modell
- Arcona 370
Wichtigste Punkte
- Am besten fur: schwedischer Achtercockpit-Cruiser-Racer (Qviberg, ca. 80 Rumpfe, 2003–2013)
- Haufiges Thema: Deck-Laminat-Feuchte und Alter des Segelsatzes
- Typischer Preis: Performance-Band; kaufen nach Besichtigung nicht offene 2010–-Katalogjahre
Technische Daten
- Länge über alles (LOA)
- 11.1 m
- Breite
- 3.6 m
- Baujahr
- 2003–2013
Designgeschichte
Stefan Qviberg zeichnete die 370. Arcona positionierte sie nach der 400 als zweites Modell der „neuen Generation“: Zu den bekannten Eckdaten fügt die Werft das Paket hinzu, das im Kran sichtbar wird: Vakuuminfusion, Divinycell, eingeklebte Schotten und der markante Stahlrahmen für Rigg und Kiel – das ist kein gewöhnliches GFK-Schiff, sondern die „New Gen“-Spezifikation.
Der Standard-Tiefgang liegt bei etwa 2,00–2,06 m; die tiefere Rennversion ist ein individuelles Merkmal, kein Standardwert wie bei der benachbarten 430. Laut Werftliste ist oft ein Yanmar 3YM30 mit einem SD20-Saildrive (ca. 30 PS) verbaut; bei einigen Schiffen und Tests findet sich jedoch die Volvo-Klasse – prüfen Sie das konkrete Boot. Die Tanks fassen ca. 130 l Diesel und ca. 230 l Wasser, die Masthöhe über Wasser liegt bei etwa 18,5 m: ein Wert für die Routenplanung, kein Meilen-Versprechen.
Hinweise in Datenbanken auf ein „erstes Baujahr“ 2005 sind oft ein Streit um das Typenschild, kein Grund, die Serie erst ab 2010 zu zählen. Die Auszeichnung „European Yacht of the Year 2009“ und die drei Tiefgangsvarianten der benachbarten 430 gehören ebenso wenig zur Identität dieser 370 wie die Geographie zwischen Gustavsberg und Estland ohne klare Rumpfdokumente.
Typische Probleme
Käuferfragen
- Wie sind die Baujahre zu verstehen, wenn im Inserat „ab 2010“ ohne Ende steht?
Prüfen Sie das Baujahr auf dem Typschild des Bootes. Das Modellfenster liegt zwischen 2003–2013 mit etwa 80 gebauten Einheiten. Baujahre ab 2010 ohne Begrenzung sind oft Katalog-Geister, nicht diese Serie. Manche Quellen nennen 2005 als Start – auch hier zählt das reale Schild, nicht die Datenbank.
- Welche Maße hat die 370 genau?
Etwa 11,10 x 3,60 m bei einem Leergewicht von ca. 6,2 t. Die Angaben 11,23 x 3,70 m stammen oft aus vagen Online-Katalogen und entsprechen nicht diesem Typschild.
- Ist es das gleiche Boot wie die Arcona 430?
Nein. Die 430 misst etwa 13,15 x 3,98 m, wurde von 2007–2017 gebaut, gewann 2009 einen eigenen Preis und hat andere Tiefgangs-Optionen. Übertragen Sie nicht die Geschichte der 430 auf die 370.
- Worin liegt der Unterschied zur Arcona 400 oder einer HR 36 mit Mittelcockpit?
Die 400 ist die größere Schwester der „New Generation“. Die HR 36 mit Mittelcockpit bietet ein völlig anderes Wohnkonzept und eine andere Prüfliste. Eine gemeinsame Holding bedeutet nicht das gleiche Schiff.
- Welcher Tiefgang ist bei der 370 „richtig“?
Der Standard liegt bei ca. 2,00–2,06 m; die tiefere Rennversion ist seltener. Prüfen Sie den Plan des jeweiligen Bootes. Übernehmen Sie nicht die Werte 2,00 / 2,28 / 2,55 m der Arcona 430.
- Was sollte man zur Konstruktion und zum Motor fragen?
Stahlrahmen, Wasser in der Bilge, Kielzustand; Saildrive und Betriebsstunden; ist an diesem Rumpf ein Yanmar 3YM30 oder ein Volvo verbaut? Maßgeblich sind die Dokumente, nicht ein fremdes Inserat.
- Welche Themen dominieren den Unterhalt?
Rost am Rahmen bei Wasser in der Bilge, Saildrive-Manschetten, Alter von Teak und Elektronik laut Belegen sowie Feuchtigkeit in der Sandwich-Struktur. Rechnungen sagen mehr aus als ein poliertes Verkaufsfoto.
- Bauort – Gustavsberg oder Estland?
Hauptsitz und Endmontage werden oft mit Gustavsberg verbunden; die Produktion auf Saaremaa wird in der Fachpresse erwähnt. Die Identität des Modells bestimmen Typschild und Papiere, nicht die Werft-Legende.
Jährliche Eigentümerkosten
Kompakte Arcona mit ca. 11,1 m Länge in der Ostsee: Liegeplatz und Winterlager in dieser Klasse, dazu Budgets für Segel, Teak, Elektronik und Bordnetze – sowie für die Inspektion des Stahlrahmens und des Saildrives. Alle Werte unten in Schwedischen Kronen (SEK).
| Posten | Von (SEK) | Bis (SEK) | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Liegeplatz | 22.000 | 50.000 | Klasse ~11,1 m, Stockholm/Göteborg |
| Versicherung | 11.000 | 26.000 | Vereinbarter Festwert; Regatten teurer |
| Winterlager an Land | 12.000 | 30.000 | Kran und Lagerböcke |
| Antifouling + Rumpf | 6.000 | 18.000 | Material und Arbeit |
| Motor / Saildrive | 6.000 | 22.000 | Wartungspakete Yanmar 3YM30 / Volvo |
| Rigg-Reserve | 9.000 | 26.000 | Alter von Wanten oder Rod-Rigg |
| Teak / Segel / Technik | 12.000 | 40.000 | Teak-Pfropfen, Segelgarderobe, Heizung |
| Summe pro Jahr | 90.000 | 230.000 | Ohne große Segelkampagnen |
Planungswerte für die Arcona 370 in der Ostsee. Größere Teak-Sanierungen, neue Elektronik oder umfangreiche Arbeiten an Saildrive oder Rahmen liegen außerhalb der Spanne. Die Kalkulation für genau dieses Boot wiegt schwerer als jeder Komfort-Index oder fremde Durchschnittswerte.
Checkliste vor dem Kauf
Checkliste vor der Besichtigung: Arcona 370
- Stimmt das Baujahr auf dem Typschild mit dem Inserat überein (kein offenes Ende ab 2010)?
- Maße 11,10 x 3,60 m statt 11,23 x 3,70 m?
- Ist es eine Qviberg 2003–2013 (ca. 80 Stück) und keine Arcona 430 / 400 oder HR 36 mit Mittelcockpit?
- Tiefgang gemäß Plan dieses Bootes (Standard ca. 2,00–2,06 m oder tiefere Rennversion), nicht die Werte der 430?
- Stahlrahmen / Bilge / Kiel: Spuren von Rost oder Wasser, Zustand der Kielbolzen?
- Motor und Saildrive: Yanmar 3YM30 oder Volvo an diesem Rumpf – Betriebsstunden, Manschette, Wartungsbelege?
- Alter von Teakdeck, Elektronik und Bordnetz laut Rechnungen?
- Feuchtigkeitsmessung der Sandwich-Konstruktion / an Deck nach der Winterlagerung?
- Ordnen Sie keine Baunummer aus den „ca. 80“ ohne Typschild und Dokumente zu.
Expertenurteil
FairHelm-Bewertung: 8.0/10: Die Arcona 370 ist ein Achtercockpit-Cruiser-Racer von Stefan Qviberg (ca. 80 Rümpfe, 2003–2013). FairHelm-Urteil: nach Besichtigung und Segelsatz kaufen, nicht nach offenen 2010–-Katalogjahren oder Broschüren-Tempo.
- Vorteile
- Lebendiges Ruder, Qualitäts-GRP und Ostsee-Club-Wiederverkauf der Arcona unter Performance-Käufern in der hohen 30er LOA noch kennt.
- Nachteile
- Deck-Laminat-Feuchte, Lücken im Takelage-Service und Segelwardrobes die schneller altern als Serien-Küstenpeers.
- Fur wen
- Skipper die mehr Tempo als klassisches Mittelcockpit wollen und Landbesichtigung plus Segelbewertung zahlen. Unbekannt: Laminat- und Rod-Rig-Zustand bis zum Slip.
Vadim Nareyko, FairHelm Editorial, Zuletzt geprüft: 2026-08-29
Eignerberichte
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- Couple's first Arcona★★★★★
Stepped up from a smaller cruiser — the 370 rewards tidy deck work. We kept budgets for electronics refresh separate from hull cosmetics.