Yacht-Lexikon
Saling
Sechs Grad Anheben bei einer Seldén-Saling sind nicht dreißig Grad Schwenk. Das B&R-Rigg desselben Herstellers ist ein anderer Winkel, kein zweiter Name für die Sechs.
In der Seldén-Notiz 595-540-E ist der endgültige vertikale Winkel der Saling immer 6 Grad. Beim Aufstellen sind die Wanten längs des Mastes gespannt, und der Stopfen sitzt in einer Linie mit dem Beschlag. Die Länge der Saling verschiebt den Ort, nicht den Winkel. Das ist ein Anheben nach oben, kein Schwenk nach achtern. Das B&R-Rigg desselben Herstellers, Bergström und Ridder, hat kein Achterstag: die Salinge sind um 30 Grad geschwenkt, und das ist deutlich mehr als bei einem gewöhnlichen Rigg. Backstagen und Achterstag fehlen dort meist. Die dreißig Grad dieser Bauart legt man nicht auf die Sechs.
Was es ist
Eine Saling ist eine Strebe am Mast, die die Wanten nach außen führt und den Mast gegen seitliche Last stützt. Die Zahl der Etagen misst für sich keine Festigkeit: Entwurf und Zustand zählen. Ein fernes Foto vom Steg beweist keine heilen Enden.
In der Montage-Notiz von Sparcraft beträgt der Dihedralwinkel 5 Grad. Die Salinge werden mit der Oberseite nach oben gesetzt. Auf der Seite der durchgehenden Stangen ist der Standard als Schwenk 0 Grad und Dihedral 5 gedruckt. Dieselbe Armatur erlaubt einen Schwenk von 0 bis 30 Grad, beim Katamaran einen Dihedral von 0, beim Einrumpfboot bis 10 Grad nach oben. Fünf und sechs werden nicht gemittelt. In derselben Notiz muss die Spannung des Backstags hoch sein, wenn der Schwenk unter 15 Grad liegt. Liegt er darüber, halten die Salinge den Mast schon längs, und das Backstag muss nicht so hart geholt werden. Die Grenze dort ist, dass der Mast nach vorn durchkippt. Fünfzehn ist kein dritter Name für sechs.
Eine Seldén-Spitze darf nicht auf dem Want rutschen. Nach dem Stellen des Mastes muss man sich auf die Saling stellen können, und das Ende darf nicht wandern. Das ist eine Prüfung nach dem Stellen, kein Bild vom Steg. Kappen an den Enden sind keine Kosmetik: sie schneiden den Scheuer der Genua. Eine leicht gebogene Spitze rät man nicht vom Steg: man fragt einen Takler. Bei einem Rigg mit mehreren Etagen klemmt das untere Ende entweder das Zwischenwant, das ist die verbundene Art, oder das Want läuft weiter nach unten, das ist die durchlaufende Art. Die Stopfen sind verschieden. Einen Winkel für jeden Mast nimmt diese Seite nicht. Daneben auf der Seite: Stehendes Gut, Mastfuß, Vorstag und Checkliste vor dem Gutachten sind andere Seiten, nicht dieser Winkel.